Zum Inhalt springen
Fabian Deitelhoff

Verständliche Kommunikation

Aus meinem alten Blog (2012–2017). Der Text steht so, wie ich ihn damals geschrieben habe.

Ich bin immer wieder erstaunt – oder doch eher geschockt? – wie unverständlich Menschen sich auf ihrem Fachgebiet ausdrücken können. Ich meine Personen, von denen gesagt wird, sie seien professionell. Auf welchem Fachgebiet auch immer. Das spielt in diesem Zusammenhang keine besondere Rolle. Auch wenn sicherlich einige Fachbereiche stärker betroffen sind als andere. Dabei wird die Kommunikation immer wichtiger und es ist in der Regel fatal, wenn diese nicht verständlich ist.

Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob diese Personen vielleicht gar nicht wissen, wie unverständlich sie sich in Wirklichkeit ausdrücken? Vielleicht können sie auch gar nicht anders, weil sie es nie gelernt haben beziehungsweise nie darauf aufmerksam gemacht wurden. Bei einigen vermute ich aber eher, dass sie leider gar nicht anders wollen. Frei nach dem Motto, dass viele unverständliche Fremdwörter das eigene Ansehen gegenüber anderen Personen steigert. Beispielsweise der Arzt, der sicherlich von vielen hoch angesehen wird. Vermutlich auch nicht zuletzt durch die Tatsache, dass er mit Fremdwörtern nur so um sich wirft.

Aber ist dieser Arzt dann wirklich gut? Seine wirkliche fachliche Kompetenz mal außen vor gelassen. In dem Business geht es ja auch zu einem Großteil um Empathie und Einfühlungsvermögen. Letztlich aber eben auch um die Tatsache, dass er dem Patienten erklären kann, was mit ihm los ist. Damit meine ich ganz konkret mit dem Worten des Empfängers, so dass dieser auch versteht worum es geht.

Genau das finde ich den Knackpunkt bei vielen Menschen mit Fachwissen. Dieser kleine aber immens wichtige Punkt wird leider allzu gerne vergessen. All das Gesagte bringt herzlich wenig, wenn der Gesprächspartner kein Wort von dem versteht, was eigentlich gesagt werden soll.

Natürlich bin ich weiterhin dafür, dass das fachspezifische Vokabular benutzt wird, wenn sich Gesprächspartner unterhalten, die auf dem gleichen Wissensstand sind. Hier können diese Vokabeln das Gespräch konkretisieren und auf den Punkt bringen. Bei fachfremden Gesprächspartnern ist das aber mit Sicherheit nicht der Fall. Ich bin der Meinung, dass

es zur Professionalität dazu gehört, sich so auszudrücken, dass eine fachfremde Person verstehen kann, worum es geht. Ist das nicht der Fall, bin ich aus einem gewissen Blickwinkel betrachtet nicht professionell (genug).

Es würde mich freuen, wenn das viel öfter berücksichtigt wird. Um so mehr ich in einem Gespräch nachfragen muss, weil ich einige Wörter und damit Sachverhalte nicht verstanden habe, um so weniger kann ich meinen Gesprächspartner ernst nehmen. Mir fällt das persönlich auch nicht immer leicht beziehungsweise ich vergesse in einem Gespräch viel zu schnell, das Verständnis-Level des Gegenüber zu berücksichtigen. Ich freue mich dann immer, wenn ich auf diese Tatsache aufmerksam gemacht werden. Das hilft mir ungemein in zukünftigen Gesprächen.